Karpfenzucht im Landkreis Tirschenreuth Geschichte: Es wird sicher viele überraschen: Die Karpfenteichwirtschaft im Landkreis Tirschenreuth blickt auf eine fast 1000 jährige Tradition zurück. Schon kurz nach dem Jahr 1000 legten die Ortenburger, ein bedeutendes Adelsgeschlecht in Ostbayern, die ersten Teiche im Gebiet um Tirschenreuth an. Bereits im 12. Jahrhundert wurden die großen Stadtteiche angelegt, die Tirschenreuth über Jahrhunderte zu einer Inselstadt machten. Im Mittelalter förderte dann besonders das 1133 gegründete Cistercienserstift Waldsassen die Teichwirtschaft im Stiftland und führten diese im 14. und 15. Jhd. zu einer bis heute nicht wieder erreichten Blüte. Derzeit gibt es im Landkreis Tirschenreuth circa 3800 Teiche mit einer Fläche von zusammen etwa 2 200 ha, das entspricht der 2,5 fachen Fläche des Tegernsees. Produktionsweise: 95% aller Teiche im Landkreis Tirschenreuth sind Karpfenteiche, d.h. in diesen Teichen schwimmen vor allem Karpfen (5 % der Teiche im Landkreis dienen der Forellenproduktion). Aber auch noch eine breite Palette anderer Fischarten werden in geringeren Mengen als sogenannte „Beifische“ in diesen Karpfenteichen gehalten. Besonders Schleien, Rotaugen und Rotfedern, aber auch Raubfische wie Hecht, Zander und Waller zählen zu diesen Beifischen. Auch einige bedrohte Kleinfischarten, wie z.B. das Moderlieschen, der Stichling und der Gründling, und sogar der Deutsche Edelkrebs finden in den Teichen einen Lebensraum. Wie seit Jahrhunderten werden die Oberpfälzer Karpfen auch heute im Einklang mit der Natur erzeugt. Drei Jahre dauert es, bis aus dem Karpfenei ein wohlschmeckender Speisekarpfen herangewachsen ist. Futtergrundlage bildet das Plankton, das sind die Kleinlebewesen des Teiches. Dieses natürliche, eiweißreiche Plankton wird vom Teichwirt durch energiereiches, heimisches Getreide optimal ergänzt. Übrigens hat ein Tirschenreuther Speisekarpfen mit 1,5 kg Lebendgewicht mindestens 20.000 l Wasser als Lebensraum zur Verfügung, geradezu paradiesische Verhältnisse.
Produktqualität: Die Qualität der Oberpfälzer Karpfen wird durch die artgerechte und naturnahe Erzeugung besonders gefördert. Oberpfälzer Karpfen sind, entgegen eines oft geäußerten Vorurteils, überhaupt nicht fett (nur 3-5 % Fett im Filet). Dabei enthalten Oberpfälzer Karpfen viele ungesättigte Fettsäuren und, zur Vorbeugung von Herz- Kreislauferkrankungen besonders wichtig, auch die essentiellen Omega-3-Fettsäuren. Ganz sicher gilt: Die geschilderte hohe Qualität der Karpfen aus dem Landkreis Tirschenreuth ist offensichtlich auch der seit Jahrhunderten nahezu gleichgebliebenen Produktionsweise zu verdanken. Die dreijährige Aufzucht in völlig naturbelassenen Teichen hebt den Karpfen ab von vielen anderen, mittlerweile sehr rationell und intensiv erzeugten, Nahrungsmitteln.
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